Wandzeichnung im Behandlungszimmer
Wandzeichnung im Behandlungszimmer der Sozialen Arztpraxis

Sozialklinik Kalamata - Soziale Arztpraxis Kalamata

 Griechische Ärzte und Krankenschwestern haben Soziale Solidarkliniken gegründet, in denen Menschen kostenlos behandelt werden, die keinen Zugang zu medizinischer Hilfe oder Versorgung haben. Eine von ihnen ist die Soziale Solidarklinik in Kalamata in Messenien, die heute als Soziale Arztpraxis fortgeführt wird. Sie arbeitet ehrenamtlich und mit Hilfe von Spenden. Menschen, denen Geld für notwendige Medikamente fehlt, werden ebenfalls kostenlos versorgt.

Die Informationsseite der Sozialklinik finden Sie hier. Ein konkretes Beispiel der Arbeit der Solidarpraxis wird nachfolgend geschildert, s. u.  

Die Soziale Arztpraxis versorgt Bedürftige fürs Erste, wenn notwendig, werden dann die Kranken an das Unterstützernetz niedergelassener Ärzte in Kalamata und Umgebung überwiesen, die dann kostenlos weiterbehandeln. Zudem führt die Praxis kostenlose Impfungen durch, da seit der Krise immer weniger Kinder geimpft wurden und auch Erwachsene sich oft Impfungen nicht leisten konnten. In letzter Zeit kommen vermehrt chronisch Kranke wie z. B. Diabetiker, die ihre regelmäßigen Medikamenteneinnahmen nicht mehr finanzieren können.

Die Sozialklinik wurde im Jahr 2012 eröffnet. Sie befand sich ursprünglich in einer ehemaligen Schwesternschule, die ausschließlich mit freiwilliger Arbeit und Spenden renoviert und umgebaut worden war. Dort arbeiteten Allgemeinärzte, Zahnärzte und ein Kinderarzt, Apotheker, ein Psychiater – alle ohne Bezahlung. Seit Eröffnung wurden ca. 9000 Kranke behandelt und 20.000 Untersuchungen durchgeführt. Die Sozialklinik musste schließlich die Räume der ehemaligen Schwesternschule verlassen, diese werden jetzt von der Stadt genutzt. Sie wird jetzt als Soziale Arztpraxis in den Räumen der Alten Nomarchia am Rande der Fußgängerzone weitergeführt. Zwar hat sich der Zustrom von Kranken nach Öffnung der staatlichen Krankenhäuser für Nichtversicherte verringert, doch besteht angesichts der dramatischen Lage des Gesundheitswesens weiterhin dringender Bedarf.

"Ein liebevoller Gedanke ist eine Blüte ..." - eine Wandmalerei der früheren Klinikräume

Spendensammlung für die Sozialklinik

Seit 2016 unterstützt der Oldenburger Verein zur Förderung der Sozialklinik Kalamata/ Griechenland e. V. die medizinische Solidarversorgung mit Geld- und Sachspenden. Mitglieder des Vereins sind regelmäßig dort. Es bestehen persönliche Kontakte. Spendenbeträge werden 1 : 1 an die Klinik überwiesen. Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, es können Spendenbescheinigungen für das Finanzamt ausgestellt werden.

Spendenaufruf des Vereins
Besuchsberichte

Ein konkretes Beispiel der Arbeit des Ärzte-Unterstützernetzes der Sozialklinik

Die Patientin kam zur Solidarklinik in Kalamata im Jahr 2012, nachdem am Kalamata- Krankenhaus Brustkrebs diagnostiziert wurde. Sie kam aus Polen und zum damaligen Zeitpunkt lebte sie schon seit ca. drei Jahren in Griechenland und war nicht versichert. Die Solidarklinik kümmerte sich sofort um sie, indem sie sie an das Sismanoglion- Krankenhaus in Athen „überwies“. Es gab ja einen neuen Erlass, wonach an jedem staatlichen Krankenhaus ein dreiköpfiges Team entscheiden sollte, ob ein Patient zahlungsfähig ist, oder umsonst behandelt werden muss. Nach der Behandlung wurde sie entlassen, ohne dass sie etwas bezahlte –so hatte die Solidarklinik ihr geraten. Es kam jedoch eine Rechnung über mehr als 1000 Euro. Die Solidarklinik legte Widerspruch ein, mit allen dazu nötigen Nachweisen und nach drei Jahren kam der Bescheid, dass keine Zahlung nötig ist.

Danach kam die Patientin zu den regelmäßigen Untersuchungen; sie wurden von den Ärzten des Unterstützernetzes der Solidarklinik durchgeführt. In diesem Jahr hat sich die Patientin plötzlich bei Fenia Exakoustidou gemeldet, verzweifelt, weil für eine notwendige Therapie 3000 Euro nötig wären. Mittlerweile hatte man in Kalamata Metastasen im Gehirn diagnostiziert und für eine Therapie wären ca. 1200 Euro nötig.

Sie wurde vom Onkologen (Unterstützer Netz) in Kalamata nach Athen zu einem Spezialisten überwiesen. Die Therapie hätte aber nur in einem Privatkrankenhaus IASO, wegen eines erforderlichen Spezialgeräts, durchgeführt werden können, und die Kosten hätten über 3000 Euro betragen. Mit dieser Nachricht wandte sich die Patientin im Juli an Fenia. Die Solidarklinik beschloss die Patientin mit 500 Euro zu unterstützen und darüber hinaus versuchte sie im direkten Kontakt zur Privatklinik IASO die Kosten für die Patientin zu reduzieren. Was auch gelang –die Privatklinik verzichtete auf 1500Euro. Das war ein Erfolg, denn die Patientin hatte schon fast 1200 Euro irgendwie beisammen. Die Therapie wurde durchgeführt.

Darüberhinaus hat sich der Spezialist in Athen dem Unterstützernetz der Solidarklinik Kalamata angeschlossen. Denn es wird bald ein zweites Spezialgerät in einem staatlichen Krankenhaus geben – dann muss man nicht in die Privatklinik. Das ist ebenfalls ein Erfolg. Und so machen sie immer weiter, auch mit dem Bewusstsein, dass mit der neuen Regierung einiges auf sie zukommen wird. (geschildert von einer Ärztin, 29.8.19)

   
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